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Bruno Schmied
Prof. Dr. med.
Bruno Schmied
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Was versteht man unter Eierstockkrebs?

Die grosse Gefahr bei dieser Krebserkrankung besteht darin, dass er meist sehr spät entdeckt wird, da lange Zeit zunächst keine Beschwerden auftreten. Wegen fehlender Früherkennungsmöglichkeiten und fehlender Frühsymptome weisen mindestens 75% der Patientinnen zum Zeitpunkt der Diagnose bereits ein fortgeschrittenes Tumorstadium auf. Deutliche Symptome zeigen sich meist erst in einem späten Tumorstadium.

Fakten

Im Jahr 2001 sind in den Kantonen St. Gallen und Appenzell 35 Patientinnen an einem Eierstockkrebs gestorben. Das Lebenszeitrisiko für die Entwicklung eines Eierstockkrebses liegt etwa bei 1,7%. Das relative 5-Jahresüberleben liegt im Schnitt bei 35% (im Vergleich: Brustkrebs: 77%, Darmkrebs 50%, Lungenkrebs 12%). In Deutschland erkranken jährlich ca. 8000 Frauen an einem Eierstockkrebs.

Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung von Eierstockkrebs sind noch nicht endgültig geklärt. Das Risiko für eine Erkrankung scheint mit dem Alter anzusteigen und auch Umwelt- und Ernährungsfaktoren, aber auch Unfruchtbarkeit und Kinderlosigkeit spielen wahrscheinlich eine Rolle. Für Eierstockkrebs (wie auch für andere Krebsarten) sind zudem bestimmte Genveränderungen bekannt, die das persönliche Erkrankungsrisiko erhöhen.

Was bedeutet Eierstockkrebs für die Patientin?

Die meisten Tumoren des Eierstockkrebses wachsen zunächst im kleinen Becken über den Eierstock hinaus.
Dabei streut der Tumor Ableger in den Bauchraum hinaus, wo sich Tumornester auf dem Bauchfell bilden.
In der ersten Phase findet man Tumorbefall auf den Eileitern, im Bereich der Gebärmutter und der Blase.
Im weiteren Verlauf wird das grosse Netz befallen und danach die restliche Bauchhöhle.
Schlussendlich hat der Krebs den ganzen Bauchraum besiedelt, so dass man von einer Peritonealkarzinose spricht.
Durch diesen ausgedehnten Befall wird von den Tumornestern sehr viel Flüssigkeit (Aszites) gebildet, wodurch der Bauchraum stark ausgedehnt werden kann.
Die Patientin spürt einen diffusen Druck im Bauch sowie eine Zunahme des Bauchumfangs. Je grösser der Druck wird, umso mehr kann auch die Atmung unter Belastung reduziert sein.
Des Weiteren können Verdauungsstörungen wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auftreten.
Beim Eierstockkrebs können auch Tumorabsiedlungen (Metastasen) in der Lunge und in der Leber auftreten. Dies ist aber eher selten der Fall und tritt erst nach längerer Leidensgeschichte auf.
Entwicklungsstufen beim Eierstockkrebs [...]