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Bruno Schmied
Prof. Dr. med.
Bruno Schmied
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Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung des Eierstockkrebses besteht aus zwei Bereichen oder Säulen:

Operation (1. Säule)

Das Operationsausmass ist abhängig von der Ausdehnung des Eierstockkrebses. In frühen Stadien ohne Ableger auf dem Bauchfell werden in der Regel beide Eierstöcke, die Gebärmutter, das grosse Netz, der Blinddarm und die regionalen Lymphknoten entfernt (Operation nach Wertheim).

In einem fortgeschrittenen Stadium, welches auf den Bauchraum beschränkt ist, werden zusätzlich die Ableger mitentfernt. Dabei unterscheidet man folgende Operationsarten:

  • Tumorreduktion (Tumordebulking)
  • Zytoreduktion (vollständige Entfernung von sichtbaren Tumoranteilen) mit oder ohne intraoperative Chemotherapie
Tumordebulking [...]
Zytoreduktion [...]
Hypertherme intraoperative intraperitoneale Chemotherapie [...]
Fortgeschrittene Ovarialkarzinome [...]

Chemotherapie (2. Säule)

Ist die Operation erfolgt und liegt das endgültige Tumorstadium vor, ist beim Eierstockkrebs in der Regel eine Chemotherapie notwendig. Die Chemotherapie soll restliches Tumorgewebe nach Tumorreduktion oder nicht sichtbaren Tumorzellen nach Zytoreduktion durch zellwachstumshemmende Medikamente (Zytostatika) abtöten. Zytostatika wirken sehr gut gegen rasch wachsende Zellen, eine Eigenschaft, die in besonderem Masse auf Krebszellen wie beim Eierstockkrebs zutrifft. Über die Dauer der Chemotherapie und mögliche Nebenwirkungen werden die Patientinnen ausführlich durch spezialisierte Onkologen aufgeklärt.

Behandlung je nach Stadium:

FIGO I und FIGO II (Tumor befällt ein oder zwei Eierstöcke) [...]
FIGO III (Tumor breitet sich im kleinen Becken aus) [...]
FIGO IV (Tumor breitet sich in der Bauchhöhle aus oder befällt Lymphknoten) [...]
Tumorrezidiv (Rückfall) [...]

Voraussetzungen

Die zuvor beschriebene Therapie ist für die Patientinnen sehr belastend und das Risiko, dass nach der Operation Komplikationen auftreten ist deutlich erhöht.

Tumorausdehnung [...]
Allgemeinzustand der Patientin [...]
Voraussetzung der behandelnden Klinik [...]

Nachbehandlung

Die ausgedehnte Tumoroperation macht häufig eine mehrtägige Betreuung auf der Intensivpflegestation notwendig. Wunddrainagen werden innerhalb einer Woche entfernt, sobald sichergestellt ist, dass keine abnormen Flüssigkeiten (z.B. Gallesekret) oder grössere Blutmengen gefördert werden. Durch regelmässige Blutkontrollen werden Blutbildung, Infektabwehr sowie Leber- und Nierenfunktion überwacht.

Der Nahrungsaufbau ist wegen des grossen Eingriffs am Magen-Darm-Trakt häufig erst nach ein paar Tagen möglich. Solange erhält der Körper eine künstliche Ernährung direkt ins Blut.

Bei regulärem Verlauf beträgt der Krankenhausaufenthalt etwa 2-3 Wochen.

Nach einer primären Erholungsphase von ca. 6 Wochen ist in der Regel eine systemische Chemotherapie über 6 Zyklen mit Infusionen notwendig. Diese Chemotherapie wird von spezialisierten Onkologen (im Kantonsspital im SENZO) durchgeführt. Im weiteren Verlauf sind klinische und laborchemische Untersuchungen alle drei Monate notwendig.