Gummibandligatur [...]
Die Erfolgsrate der Gummibandligatur bei richtiger Indikationsstellung betrifft etwa 80%. Komplikationen sind sehr selten, Schmerzen weniger als 3%, Blutungen kleiner 1%.
Sklerosetherapie [...]
Die Sklerosetherapie hat eine Erfolgsrate von etwa 70%. Beschriebene Komplikationen sind Öl-Granulome und durch falsche Applikation kann eine Prostatitis hervorgerufen werden. Für Patienten, die eine Antibiotika-Prophylaxe bei chirurgischen Eingriffen brauchen, ist diese auch bei dieser Injektionstherapie zu empfehlen.
Hämorrhoidenarterienligatur (HAL) [...]
Die Hämorrhoidenarterienligatur bei zweit- und drittgradigen Hämorrhoiden weist eine Erfolgsrate von um 90% auf. Komplikationen sind selten, Blutungen etwa 6%, Thrombosen 3%, Schmerzen 2%. Restknoten verbleiben in etwa 10% der Fälle.
Hämorrhoidektomie nach Ferguson oder Milligan-Morgan [...]
Hier ist eine Beschwerdefreiheit der Patienten während den nächsten Jahren in etwa über 90% der Fälle nachgewiesen. Die Komplikationen betreffen vor allem die Nachblutungen in etwa 2 - 3% der Fälle.
Die häufigste Komplikation nach diesen Operationen ist der Harnverhalt unmittelbar postoperativ. Die Häufigkeit ist abhängig von der Anästhesie, die höchste Rate nach allgemeiner- oder rückenmarksnaher Anästhesie liegt bei bis zu 40%, die niedrigste Rate bei lokaler perinealer Blockanästhesie bei 1 - 2%.
Als Spätkomplikation ist die Analstenose (narbige Einengung) und die Stuhlinkontinenz zu erwähnen. Ersteres tritt auf, wenn eine exzessive Entfernung von Hämorrhoidalpolstern und Analschleimhaut vorgenommen wurde. Dies führt zu einer narbigen Engstellung des Afters, was die Stuhlentleerung erschwert.
Die Stuhlinkontinenz hingegen ist Folge einer unsachgemässen chirurgischen Technik. Entweder wurde der Schliessmuskel durch forcierte Dehnung oder durch zu tiefe Ausschneiden verletzt. Dadurch kann auch erst Jahre später eine Störung der Feinkontinenz bis hin zu schwerer Stuhlinkontinenz auftreten.
Stapler Mukosektomie nach Longo [...]
Etwa 90% der Patienten sind 5 Jahre nach dieser Technik beschwerdefrei. Frühkomplikationen nach Longo-Technik sind Nachblutungen und Infektionen. Beides ist glücklicherweise sehr selten. Im Langzeitverlauf werden Schmerzen, Dranginkontinenz und Stenosen beschrieben. Alle drei Spätkomplikationen können bei sachgerechter Anwendung dieses Verfahrens weitgehend vermieden werden.
Entscheidend für den Erfolg der Therapie des Hämorrhoidalleidens ist ein stadiengerechtes Vorgehen.
An unserer Klinik wird ambulant bei erst- und zweitgradigen Hämorrhoiden neben der konservativen Therapie die Gummibandligatur und Sklerosetherapie seit Jahren erfolgreich angewandt. Für mehr als die Hälfte der Patienten, die uns zugewiesen werden, sind diese Behandlungsmittel ausreichend.
Bei zweit- bis drittgradigen Hämorrhoiden verwenden wir die sehr patientenfreundliche Hämorrhoidenarterienligatur. Die Erfolgsrate liegt bei bis zu 80%.
Bei einzelnen prolabierenden Hämorrhoidalzipfeln und bei ausgeprägten Marisken (perianalen Hautfalten) wenden wir noch gelegentlich die geschlossene Hämorrhoidektomie nach Ferguson an.
Bei dritt- und viertgradigen zirkulären Hämorrhoiden führen wir die Mukosektomie nach Longo durch. Wir konnten in eigenen Arbeiten zeigen, dass es sich dabei um eine sehr sichere, effektive und patientenfreundliche Technik handelt. Wir haben zum Beispiel in einer vergleichenden Studie untersucht, wie stark die postoperativen Schmerzen nach diesen beiden Operationen (Ferguson, Longo) sind. Anhand einer Schmerzskala von 0-10 (0 = kein Schmerz, 10 = maximaler Schmerz) wurden Patienten in den ersten 4 Tagen nach der Operation befragt. Es zeigte sich ein signifikanter Unterschied zugunsten der Patienten, welche nach der Operationstechnik nach Longo operiert wurden.