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Thomas Clerici
Dr. med.
Thomas Clerici
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Wie wird die Diagnose eines primären Hyperparathyreoidismus gestellt?

Selten wird die Diagnose eines primären Hyperparathyreoidismus bei der Abklärung typischer Beschwerden gestellt. Meistens wird eher "zufällig" im Rahmen anderweitiger Abklärung bei den Laboruntersuchungen ein krankhaft hoher Kalziumspiegel festgestellt und in der Folge eine spezifische Abklärung durchgeführt.

Zur korrekten Diagnosestellung sollten über mehrere Blutentnahmen mehrfach krankhaft hohe Kalziumspiegel im Blut festgestellt worden sein. Zudem muss dazu das Parathormon gemessen werden. Eine mehrfach dokumentierte Hyperkalzämie in Kombination mit einem krankhaft erhöhten Parathormonspiegel ist praktisch beweisend für das Vorliegen eines primären Hyperparathyreoidismus.

Andere Ursachen, welche zu einer Hyperkalzämie führen können, müssen vor der definitiven Diagnosestellung ausgeschlossen werden.

Welche Voruntersuchungen sind notwendig?

Standardabklärung

Ultraschall mit Darstellung einer Nebenschilddrüse im Querschnitt unten links

Zur Standardabklärung eines primären Hyperparathyreoidismus gehört eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse. Da zur Operation der Nebenschilddrüsen der gleiche chirurgische Zugang verwendet wird wie bei Schilddrüsenoperationen, sollte vor Operationsbeginn bekannt sein, ob eine Schilddrüsenerkrankung vorliegt, welche ebenfalls chirurgisch angegangen werden müsste. In etwa der Hälfte bis zwei Drittel der Fälle kann mittels Ultraschall auch eine krankhaft vergrösserte Nebenschilddrüse dargestellt werden.

Bildgebende Verfahren

Sestamibiszintigraphie einer vergrösserten Nebenschilddrüse unten links

Eine erweiterte Abklärung mittels bildgebender Verfahren sollte vor der Erstoperation wegen primärem Hyperparathyreoidismus nicht routinemässig durchgeführt werden. Als Ausnahme von der Regel gelten im Allgemeinen Patienten, welche für eine sogenannt "minimal invasive" Nebenschilddrüsenoperation in Frage kommen. Bei diesen Patienten wird üblicherweise in Ergänzung zur Ultraschalluntersuchung eine Nebenschilddrüsenszintigraphie (Sestamibi-Szintigraphie) durchgeführt.

Im Gegensatz zur Erstintervention bei einem primären Hyperparathyreoidismus sollte vor einer Zweitoperation nach erfolgloser Erstoperation eine möglichst vollständige bildgebende Aufarbeitung der Situation erfolgen. Zusätzlich zu den erwähnten Untersuchungen würde mit Sicherheit eine Magnetresonanzuntersuchung des Halses und des Brustkorbes sowie ein sogenanntes selektives venöses Parathormonsampling veranlasst werden.