Was versteht man unter einem Pseudomyxoma peritonei?
Ein Pseudomyxom ist ein sehr seltenes Krankheitsbild. In der medizinischen Literatur wird eine Häufigkeit von etwa einer Erkrankung auf 1,4 Millionen Einwohner pro Jahr angegeben. Das würde bedeuten, das in der Schweiz jährlich 5-6 Menschen neu an diesem Leiden erkranken.
Jede Schleimhautzelle im Organismus hat die Fähigkeit ein schleimiges Sekret zu bilden. Beim Pseudomyxom beginnen Zellen aus dem Magen-Darm-Trakt sich zu vermehren und unnatürlich viel zähflüssigen Schleim zu produzieren.
Typischerweise stammen diese Zellen aus dem "Blinddarm". Relativ schnell kommt es zu einer Auftreibung des Blinddarmes (Mukozele) und im weiteren Verlauf zum Platzen des Blinddarmes. Dabei treten die schleimbildenden Zellen in die freie Bauchhöhle aus. Die Zellen nisten sich dann im sogenannten Bauchfell (Peritoneum) der Bauchhöhle ein und setzen ihre Schleimproduktion hier fort. Ganz langsam füllt sich dann die Bauchhöhle mit dem produzierten Sekret und es entsteht ein sogenannter Gallertbauch.
Was bedeutet ein Pseudomyxom für den Patienten?
Das Pseudomyxom ist ein sehr langsam fortschreitendes Krankheitsbild. Man bezeichnet es als einen wenig bösartigen (niedrig malignen) Tumor. Ähnlich wie andere Krebssorten kann sich das Pseudomyxom in der Bauchhöhle ausbreiten. Es macht aber in der Regel keine Ableger (Metastasen) in andere Organe oder in Lymphknoten.
Da es sich um einen sehr langsam wachsenden Tumor handelt, wird die Diagnose häufig erst sehr spät gestellt.
Die Pseudomyxom-Zellen produzieren ein schleimig-klebriges Sekret, welches nach einigen Jahren die gesamte Bauchhöhle ausfüllt. Der Bauch schwillt an, es ist sogar möglich dass Leistenbrüche entstehen, die mit der Gallerte gefüllt sind. Im Bauch ist die Passage der Nahrung durch die Einengung des Darmes behindert.
Der Patient leidet dann an Übelkeit und Erbrechen und der Stuhlgang ist erschwert. Wenn die Schleimmassen in grossen Mengen vorliegen, wird das Zwerchfell nach oben gedrückt, das Atmen fällt schwerer und man leidet an Luftnot.








