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Francesco Marra
Dr. med.
Francesco Marra
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Welche allgemeinen Therapie-Ergebnisse liegen vor?

Mit einer Operation (Fundoplicatio) kann bei ca. 90% der Refluxkranken eine Heilung erzielt werden. Bezüglich Kontrolle der Refluxsymptome, Heilung der Speiseröhrenentzündung und Lebensqualität ist sie der medikamentösen Therapie mit Protonenpumpenblockern mindestens ebenbürtig.

Mit Komplikationen während und unmittelbar nach der Operation muss in 5-15% der Fälle gerechnet werden. Meist handelt es sich dabei um Ereignisse, die einfach behandelt werden können (Blutergüsse, Herzkreislaufbeschwerden, Lungenentzündung und Lungenembolien).

Schluckbeschwerden treten nach der Operation bei etwa der Hälfte der Patienten auf. Nur bei 10% bleiben sie länger als 3 Monate bestehen und verschwinden in der Regel innerhalb von einem Jahr.

Diffuse Abdominalbeschwerden wie das Gefühl einer Gasblase im Magen, Neigung zu Durchfall und Völlegefühl nach dem Essen finden sich bei bis zu 40% der Operierten, wobei eine Zuordnung zur Operation nicht sicher ist und die Patienten durch diese Beschwerden in der Regel wenig gestört werden.

Das Risiko des Wiederauftretens einer Refluxkrankheit beträgt 10-20%. Die Ursache ist meist auf eine defekte oder verrutschte Manschette zurückzuführen. In diesem Falle muss erneut eine medikamentöse Dauertherapie gegen eine weitere Operation, die jetzt allerdings in offener Technik durchgeführt werden muss, abgewogen werden.

Welche eigenen Therapie-Ergebnisse liegen vor?

Erstmals wurde in der Klinik für Chirurgie des Kantonsspital St. Gallen eine Fundoplicatio im September 1996 laparoskopisch durchgeführt.

Die mesh augmentierte Hiatoplastik (LMAH) haben wir im September 2001 eingeführt. Seither werden jährlich zahlreiche Operationen bei einer Refluxerkrankung oder grossem Zwerchfellbruch durchgeführt.

Die durchschnittliche Operationszeit beträgt 1,5 - 2 Stunden.

Bei 2% der Patienten die Operation in offener Technik abgeschlossen werden. Seit Einführung der mesh augmentierten Hiatoplastik konnten alle laparoskopisch begonnenen Eingriffe auch in Spiegeltechnik beendet werden.

In einer Befragung durchschnittlich drei Jahre nach Fundoplicatio

  • bewerteten 88% der Patienten das Ergebnis der Operation zwischen "gut" und "ausgezeichnet" waren bei 86% der Patienten die Beschwerden entweder beseitigt oder auf ein Mass reduziert, dass keine weiteren Arztbesuche notwendig waren
  • benötigten noch 12% der Patienten regelmässig Medikamente, meist mildere oder in geringer Dosierung
  • würden sich 90% der Patienten wieder für eine Operation entscheiden, wenn sie die Wahl nochmals treffen müssten

In einer Befragung ein Jahr nach mesh augmentierte Hiatoplastik (LMAH)

  • bewerteten 92% der Patienten das Ergebnis der Operation zwischen "gut" und "ausgezeichnet"
  • waren bei 92% der Patienten die Beschwerden entweder beseitigt oder auf ein Mass reduziert, dass keine weiteren Arztbesuche notwendig waren
  • benötigten noch 18% der Patienten regelmässig Medikamente, meist mildere oder in geringer Dosierung
  • würden sich 95% der Patienten wieder für eine Operation entscheiden, wenn sie die Wahl nochmals treffen müssten

Die Fundoplikatio gilt zur Zeit als Standardoperationsverfahren. Die bisherigen Erfahrungen mit der mesh-augmentierten Hiatoplastik zeigen möglicherweise eine gegenüber der Fundoplikatio etwas weniger wirksame Kontrolle der Refluxbeschwerden. Operationsbedingte Nebenwirkungen wie Magenblähungen, Schluckbeschwerden sowie Unfähigkeit zu Rülpsen und Erbrechen müssen jedoch nach mesh-augmentierten Hiatoplastik seltener als nach Fundoplikatio in Kauf genommen werden.

Welche der beiden Methoden sich für welche Patienten am besten eignet, hängt unter anderem von den Erwartungen des Patienten an die Operation ab (Verbesserung der Beschwerden, keine notwendige Medikamenteneinnahme mehr, Angst vor Nebenwirkungen der Operation...) . Die Durchführung beider Methoden unter sorgfältigster Beobachtung wird in Zukunft einen noch genaueren Vergleich hinsichtlich Wirkung und Nebenwirkung erlauben.