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Francesco Marra
Dr. med.
Francesco Marra
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Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Veränderungen der Lebensgewohnheiten und medikamentösen Behandlung haben zum Ziel, die Säureproduktion zu senken und den Abfluss der Säure zu fördern. Sie stehen immer am Anfang der Behandlung, wenn die Diagnose einer Refluxkrankheit einmal bestätigt ist. In etwa 90% aller Fälle kann das Leiden auf diese Weise erfolgreich behandelt werden. Leider kommt es nach Absetzen der Medikamente bei 70-90% der Patienten erneut zu Beschwerden, so dass ca. zwei Drittel aller Refluxkranken gelegentlich oder dauerhaft Medikamente einnehmen müssen.

Als Alternative steht eine operative Behandlung zur Verfügung, die zum Ziel hat, die Säure an ihrem Aufstossen in die Speiseröhre zu hindern.

Veränderung der Lebensgewohnheiten

Veränderungen der Lebensgewohnheiten sollen auf natürliche Weise die Beschwerden einer bestehenden Refluxkrankheit vermindern. Entsprechend können vor einer medikamentösen Behandlung folgende Massnahmen eine Wirkung zeigen:

Hochstellen des Bettkopfteiles, so dass die Magensäure besser abfliessen kann. Diese Massnahme zeigt häufig keinen Erfolg.
Verzicht auf Alkohol und Niktotin, Schokolade und Minze, die den Verschlussmechanismus am Mageneingang schwächen und zu einer vermehrten Säureproduktion führen.
Verzicht auf Fett und üppige Mahlzeiten, v.a. am Abend, da sie durch Magenüberdehnung und Senkung des Schliessmuskeldruckes zu vermehrtem Aufstossen von Magensäure führen.
Reduktion von Übergewicht und Verzicht auf enge Kleidung, da sie über eine Erhöhung des Druckes im Bauchraum zum vermehrtem Aufstossen von Magensäure führen kann.
Konsequente Behandlung einer Blutzuckererkrankung sowie von gewissen rheumatischen Leiden, da sie entweder über eine verzögerte Magenentleerung oder eine verminderte Selbstreinigung der Speiseröhre zu einem Zurückfliessen von Säure in die Speiseröhre führen können.
Reduktion von entzündungshemmenden Medikamenten (z.B. Aspirin, Voltaren, Ponstan), da sie den Schleimhautschutz gegenüber der Magensäure hemmen.

Medikamentöse Behandlung

Es gibt vier Medikamentengruppen mit unterschiedlicher Wirkung. In der Reihenfolge aufsteigender Wirksamkeit sind dies

  • vor Säure schützende und neutralisierende Antazida,
  • die säureproduktionshemmenden H2-Rezeptor-Blocker
  • und die gezielt wirkenden Protonenpumpenblocker.

Durch ausreichende Dosierung kann vor allem mit Protonenpumpenblockern bei 85-95% der Patienten ein Behandlungserfolg erzielt werden. Standard ist heute die alleinige Behandlung mit einem Protonenpumpenblocker in genügender Dosierung für 4-8 Wochen.

Bei Vorliegen von entzündlichen Speiseröhrenveränderungen sollte eine Kontrolle mit einer Magenspiegelung erfolgen. Die Medikamente sind in der Regel gut verträglich. Ein Nachteil der Medikamente liegt darin, dass es unter der gleichen Dosierung mit der Zeit zu erneuten Beschwerden kommen kann, so dass Dosissteigerungen notwendig werden. Bei den meisten (75-90%) Patienten kommt es nach Absetzen der Medikamente erneut zum Aufflackern der Refluxkrankheit, so dass mindestens 2/3 der Patienten immer wieder auf das Einnehmen von Medikamenten angewiesen sind.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Durchfall, Bauchschmerzen, Hautausschläge und Schläfrigkeit bei ca. 15-20% der Behandelten. Sie sind jedoch in der Regel derart mild, dass die Therapie weitergeführt werden kann. Meist treten sie nach einem Präparatewechsel nicht mehr auf.

Operation

Obwohl mit einer Operation bei ca. 90% der Refluxkranken eine Heilung bewirkt werden kann und die andauernde Medikamenteneinnahme bequemerweise wegfällt, sollte immer zuerst eine medikamentöse Behandlung versucht werden. Damit kann jenen eine Operation erspart werden, die nur eine vorübergehende Behandlung benötigen. Zeichnet sich eine lebenslange Medikamenteneinnahme ab, lohnt es sich das Risiko einer Operation gegen die Vorteile abzuwägen.

Grundsätzlich stehen als Operationsverfahren bei uns zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

Fundoplicatio [...]
mesh-augmentierter Hiatoplastik (LMAH) [...]

Die Fundoplicatio gilt zur Zeit als Standardoperationsverfahren. Wir empfehlen aber als Alternative die mesh-augmentierte Hiatoplastik (LMAH), weil wir glauben, dass damit weniger häufig ein erneuter Zwerchfellbruch und operationsbedingte Nebenwirkungen wie Magenblähung, Schluckbeschwerden sowie Unfähigkeit zu Rülpsen und Erbrechen in Kauf genommen werden müssen. Allerdings ist die Methode hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und ihrer Risiken noch nicht genügend überprüft, weshalb sie bei uns nur unter sorgfältiger Beobachtung durchgeführt wird.

Für beide erwähnten Operationsverfahren stehen grundsätzlich zwei Operationstechniken zur Verfügung:

Bauchspiegelungstechnik [...]
Offene Technik [...]