Die Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie hat sich in den letzten Jahren zu einem Schwerpunkt unserer viszeralchirurgischen Tätigkeit entwickelt.
Massnahmen zur Qualitätsförderung / -sicherung [...]
Zur Qualitätssicherung werden alle Patienten gemäss einem standardisierten prospektiven Protokoll erfasst.
- Prospektive Qualitätserfassung seit 2001
- Meldung von Komplikationen und Zwischenfällen im spitaleigenen Meldesystem für Komplikationen und kritische Zwischenfälle (CIRS)
- Standards präoperativ
- Vollständige prästationäre Abklärung und anästhesiologische Prämedikation mit Möglichkeit eines Nüchterneintrittes am Operationstag
- Selektive präoperative Beurteilung der Stimmbandfunktion durch einen Facharzt für Phoniatrie bei
- am Hals voroperierten Patienten
- Patienten mit präoperativ bekanntem Schilddrüsenkrebs
- subjektiv oder objektiv veränderter Stimme
- Standards operativ:
- Intraoperatives Neuromonitoring des Stimmbandnerven (elektrophysiologische Überprüfung der Funktion durch Stimulation) seit 1999
- Arbeit mit Lupenbrille
- Konsequente Darstellung des Nervus laryngeus recurrens (Stimmbandnerv)
- Reimplantation trophisch gestörten Nebenschilddrüsen zur Verhinderung einer definitiven Nebenschilddrüsenunterfunktion
- Betreuung jeder Operation durch den für den Schwerpunkt verantwortlichen leitenden Arzt (als Operateur oder Assistent) oder seines Stellvertreters
- Standards in der Nachbehandlung:
- Konsequente einmalige Nachkontrolle sämtlicher Patienten in eigener endokrin-chirurgischer Sprechstunde sechs Wochen postoperativ zur Objektivierung des Resultats und Festlegung des weiter zu empfehlenden Vorgehens für den zuweisenden Hausarzt
- Generelle postoperative Beurteilung der Stimmbandfunktion durch einen Facharzt für Stimm- und Sprechheilkunde in der Sprechstunde 6 Wochen postoperativ
Zwischen dem 01.01.2001 und dem 31.12.2008 wurden von uns 1114 Patienten wegen einer Schilddrüsenerkrankung an der Klinik für Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen operiert. Bei 86% der Patienten handelte es sich um Ersteingriffe am Hals; die übrigen 14% verteilen sich auf Komplettierungsoperationen wegen Krebsdiagnose oder Rezidiveingriffe.
Die Operationsdiagnosen verteilen sich wie folgt:
| Permanente Stimmbandlähmungen (Ersteingriffe) |
Anzahl Patienten |
1 |
| Permanente Stimmbandlähmungen (Erst- und Wiederholungseingriffe)* |
Anzahl Patienten |
3 |
| |
Anzahl Nerven |
4 |
| |
% bezogen auf Anzahl Gesamtoperationen |
0.3% |
| |
% bezogen auf "Nervs at risk" |
0.2% |
| Nebenschilddrüsenunterfunktion |
Passager |
153 (14%) |
| |
Definitiv |
15 (1.3%) |
| Andere Komplikationen |
Nachblutungen revisionsbedürftig |
17 (1.5%) |
| |
Wundinfekt |
3 (0.3%) |
* ausgeschlossen sind präoperativ bereits bestehende Stimmbandlähmungen sowie Lähmungen durch bewusste Entfernung Resektion des Nerven bei Tumordurchwachsung